Archiv für den Monat: August 2014

Reunited!

Reunited

Am vergangenen Samstag haben wir Flo und Yannic auf den Flieger nach Miami gesetzt, wo sie seitdem das süße und herrliche entspannte Leben Südfloridas auf N.N. genießen. Bei Ankunft hatten sie vermutlich erst einmal einen Sauerstoff-Flash.

Seit Dienstag ist nun Dina mit an Bord. Während der Anreise mit Iberia/LAN Chile hat sich jemand üppigst an ihrem ohnehin schon spärlichen Gepäck bedient: Bei Ankunft fehlten eine Jeans, ein paar Nike Turnschuhe, ein brandneues T-Shirt und, gaaanz unverzeihlich, ein Glas Nutela, eine große Toblerone und das Überraschungsgeschenk von DerNachbar!!!

Nachdem wir hier in La Paz schon fast Wurzeln geschlagen haben brechen wir heute Richtung Salar de Uyuni auf, zum größten Salzsee der Welt. Wir sind also erst einmal offroad und offline.

The Double Life

How very simple life would be
If only there were two of me
A Restless Me to drift and roam
A Quiet Me to stay at home.
A Searching One to find his fill
Of varied skies and newfound thrill
While sane and homely things are done
By the domestic Other One.

And that’s just where the trouble lies;
There is a Restless Me that cries
For chancy risks and changing scene,
For arctic blue and tropic green,
For deserts with their mystic spell,
For lusty fun and raising Hell,

But shackled to that Restless Me
My Other Self rebelliously
Resists the frantic urge to move.
It seeks the old familiar groove
That habits make. It finds content
With hearth and home — dear prisonment,
With candlelight and well-loved books
And treasured loot in dusty nooks,

With puttering and garden things
And dreaming while a cricket sings
And all the while the Restless One
Insists on more exciting fun,
It wants to go with every tide,
No matter where…just for the ride.
Like yowling cats the two selves brawl
Until I have no peace at all.

One eye turns to the forward track,
The other eye looks sadly back.
I’m getting wall-eyed from the strain,
(It’s tough to have an idle brain)
But One says „Stay“ and One says „Go“
And One says „Yes,“ and One says „No,“
And One Self wants a home and wife
And One Self craves the drifter’s life.

The Restless Fellow always wins
I wish my folks had made me twins.

(poem by Don Blanding)

Himmel über LTC

El Alto

Auf dem kargen und unwirtlichen Hochplateau über dem Talkessel von La Paz liegt auf 4.000 Metern Höhe El Alto, die „Stadt über der Stadt“ und erste Großstadt der Aymara. Hier liegen viele Industrieunternehmen, Raffinerien und Speditionen, die im tief eingeschnittenen Tal von La Paz keinen Platz hätten, und einer der höchstgelegensten Flughäfen der Welt. Flugzeuge müssen in El Alto mit wesentlich höheren Geschwindigkeiten starten und landen, um in der dünnen Höhenluft ausreichend Auftrieb zu erreichen. Außerdem benötigen sie speziell verstärkte Reifen und die Zuladung – auch des Kerosins – ist trotz der 4 Kilometer langen Start- und Landebahn begrenzt. Größere Maschinen fliegen deshalb von El Alto zunächst zum Zutanken Santa Cruz an, bevor sie auf die langen Fernstrecken gehen.

El Alto steht in starkem Kontrast zu La Paz, da sich hier überwiegend einkommensschwache landflüchtige Indigenas angesiedelt haben. Die ärmlichen unverputzten Lehmbauten erstrecken sich über viele Kilometer vom Rand des Plateaus bis weit ins Altiplano hinein. El Alto wurden von den Menschen selbst errichtet und organisiert, also nicht durch die Stadtverwaltung oder das Land. Wer mehrt dazu wissen möchte:

http://www.ila-web.de/artikel/ila315/bolivien_elalto.htm

El Alto ist verkehrstechnischer Knotenpunkt von La Paz, da mit Ausnahme des La Cumbre Passes in die Yungas alle wichtigen Fernstraßen zwangsweise über El Alto führen. Durch Blockaden an wenigen strategischen Punkten kann La Paz somit „ausgebremst“ werden.

Der Verkehr ist dementsprechend mörderisch: Ampel werden bei rot grundsätzlich überfahren, dreispurige Fahrbahnen werden sechsspurig genutzt und es gilt das Prinzip „Nur der Rücksichtslose setzt sich durch“. Würde ich hier fahren müssen, dann kämen wir vermutlich an unserem Ziel niemals an, aber Hugo setzt sich zum Glück rigoros durch.

At the Copa Copacabana?

Die Fahrt nach Copacabana ist ganz sicher ein Highlight jedes Bolivien-Besuchs: Hinter uns liegt die schneebedeckte Cordillera, vor uns der endlose spiegelglatte Titicaca-See, am Horizont die Gipfel der peruanischen Anden. Die dominierenden Farben sind das Beige-braun der Hügel, das Grün des Schilfs und das Saphirblau des Sees.

LTC 7

Flo hat Glück an diesem Tag und kommt vor diesem Traumpanorama sogar in die Luft.

Flo Flug 2

Auch wir Nichtflieger können uns an der Landschaft nicht satt sehen. Die Dimensionen  und Farben sind atemberaubend, und das Schönste ist, daß wir hier – noch – abseits jeglichen touristischen Rummels sind.

Mit einer winzigen hölzernen Fähre setzen wir – erfolgreich trotz 7.5 Tonnen – von San Pedro de Tiquina nach San Pablo de Tiquina (oder umgekehrt) über.

Die Fahrt führt über die Halbinsel nahe der peruanischen  Grenze bis zum kleinen, touristisch aufgepeppten Ort Copacabana. Mit viel Phantasie könnte man sich einbilden, eine Miniaturausgabe der Copacabana Rios zu erkennen, aber man hält vergeblich Ausschau nach den Prunkbauten und Skyscrapern, den dortigen Favelas und der weißen Christusstatue. Und in Ermangelung des „Zuckerhutes“ hat dieses kleine Copacabana ersatzweise, aber immerhin, den Kalvarienberg.

Copa 1

Wir suchen uns einen Stellplatz am Seeufer und wundern uns beim Bummel in den Ort über die unzähligen schillernd-bunt geschmückten Wagen mit peruanischem und bolivianischem Kennzeichen, bis wir erfahren, daß hier tagtäglich Hunderte Autos in einer feierlichen Zeremonie von einem Priester bzw. Schamanen getauft werden. Dabei fließt reichlich Alkohol und unter den Wagen dürfen Böller und Knallfrösche gezündet werden. Nun gut. Wir halten Abstand.

Autotaufe 1

Dementsprechend bunt und quirlig ist das kleine Städtchen, das offensichtlich auch ein beliebtes Backpacker-Ziel zu sein scheint, da von hier aus Touren zur Isla del Sol und den Floating Islands in Peru starten. Am Seeufer kann man außerdem Tretboote in Form bunter Schwäne mieten, Strandausritte organisieren, sogar einen Jetski sichten wir. Währen dazwischen nicht weidende Schafe zu finden, dann könnte man sich am Gardasee glauben.

Flo ist ein Glückskind und kommt auch hier wieder in die Luft, allerdings erst nach einem schweißtreibenden Marsch auf den strandnahen Hügel, der erheblich höher ist als er von unten aus erscheint. In der dünnen Luft kostet der Aufstieg immense Kraft, aber er lohnt sich und Flo strahlt nach seiner Landung am Strand.

Die Jungs unternehmen per Boot einen ganztägigen Ausflug zur Isla del Sol, um dort auf den Spuren alter Inka Trails zu wandeln. Die 2 1/2 stündige Hinfahrt am frühen Morgen entpuppt sich als eiskalt. Tagsüber brennt die Sonner hier oben erbarmungslos und die Augen beginnen trotz Sonnenbrille bei der Helligkeit zu tränen, aber sobald sich eine Wolke davorschiebt wird es bitterkalt.

Die Nächte in dieser Höhe von rund 4.000 Metern sind recht unruhig. Das Herz pummpert gewaltig, um den Körper mit dem nötigen Sauerstoff zu versorgen, und dadurch kommt man  nicht gut in den Schlaf. In zwei aufeinanderfolgenden Nächten grollt dazu ein gewaltiges Gewitter mit Blitz und Donner über den See und die Jungs werden in ihrem Vorzelt in einer Nacht von streunenden aggressiven Hunden so stark belästigt, daß nur ein bedrohlich geschwungener Baseball-Schläger und ein Bombardement mit Kartoffeln Schlimmeres verhindert.

Der Titicaca-See ist 13x so groß wie der Bodensee und erscheint vielmehr wie ein großer Ozean. Das Ufer auf der gegenüberliegenden Seite ist nicht zu erkennen und nach den Gewittern setzte sogar Seegang mit weißen Schaumkrönchen ein. Wunderschön sind die Sonnenunter- und aufgänge, die mangels nahen Hindernissen hier sehr lange dauern. Als nach einer Vollmondnacht am nächsten Morgen die Sonne aufgeht ist die Stimmung über dem Meer – pardon See – zauberhaft.

Vollmonduntergang Copa

Für Yannic und Flo geht die Zeit in Bolivien langsam dem Ende zu und so verabschieden wir uns von Copacabana und machen uns auf den Rückweg nach La Paz.

Cats & Dogs

Flo und Yannic haben im Separee unseres Unimogs ihr Quartier aufgeschlagen, bekommen jede Nacht Besuch in ihrem Nachtlager und haben damit offensichtlich tierisch viel Spaß:

Sorata

Wir verlassen La Paz für einige Tage und fahren nach Sorata, tief in einem engen, aber fruchtbaren Tal östlich des bolivianischen Teils des Titicacasees gelegen. Die Fahrt führt durch das chaotische El Alto, das mit seiner Verkehrsdichte jede Sekunde unsere volle Konzentration beim Fahren erfordert, und anschließend über die Hochebene entlang der Cordillera, die unter dicken Regenwolken fast verschwindet. Nur ab und an zeigen sich die weißen Spitzen der 6.000er. Irgendwann sind auch wir in den Wolken verschwunden.

Über einen langen gewundenen Paß geht es dann kilometerlang abwärts.

Paß Sorata 1

Sorata liegt auf rund 2.600 Metern, eine willkommene Gelegenheit für uns, mal wieder etwas Sauerstoff zu tanken, bevor es für die nächsten Tage auf 4.000 Meter an den Titicacasee geht. Im Gegensatz zum kargen, staubigen Altiplano ist Sorata unglaublich grün. Überall dichte Vegetation, die Hänge sind bepflanzt und an den bunten Blüten von lila Jacaranda und rotem Hibiscus trinken kleine Kolibris.

Wir manövrieren den Unimog durch die engen Gassen des Städtchens und finden einen winzigen Stellplatz bei einem kleinen Hostel, zu dem auch eine Kuh und drei Ziegen sowie allerhand anderes Getier gehören. Sorata liegt unmittelbar am Fuß des mächtigen Illampu, aber sein weißer Gipfel mit über 6.000 Metern ist am ersten Tag nicht zu sehen. Er zeigt sich erst am nächsten Morgen in voller Pracht vor tiefblauem Himmel und ist zum Greifen nah.

Kein Wunder, daß der Ort vielen Bergsteigern als Basis zum Aufstieg dient, aber zum Kraxeln sind wir nicht ambitioniert genug. Wir bummeln durch den Ort und über den Markt, wo die Marktfrauen wie bräsige Buddhas inmitten ihrer Waren sitzen. Mindestens 100 Kilo schwer, versunken in ihren zahlreichen Röcken, Hut à la Pan Tau auf dem Kopf und so bewegungslos wie möglich. Bei einer Heilerin kann man sich den Puls messen, die Karten legen lassen und Kraut gegen jedwede Krankheit kaufen. Nach zwei Übernachtungen bugsieren wir den Unimog irgendwie wieder raus aus dem hoffnungslos verwinkelten Örtchen und kriechen den Paß mit dem Ziel Copacabana/Titicacasee wieder hoch auf 4.000 Meter.

El Camino de la Muerte – Death Road Bike Tour

An Hugos Geburtstag wünschen sich die Jungs Nervenkitzel der besonderen Art und buchen eine Downhill Tour über die Death Road, die 1995 von der Inter-American Development Bank als gefährlichste Straße der Welt „ausgezeichnet“ wurde. Ein sicherlich zweifelhafter Ruf, aber die Anzahl der tödlichen Unfälle spricht für sich. Die Straße verbindet die Stadt La Paz mit dem kleinen Ort Coroico, knapp 100 km nordöstlich von La Paz am Rand des Beni-Beckens, und war bis vor Kurzem die einzige befahrbare Verbindung zwischen Altiplano und Tiefland. PKW und LKW mussten sich auf max. 3,50 Meter Breite den 65 km langen La Cumbre-Paß herunter- bzw. heraufquälen. Heute gibt es für den Autoverkehr auf der gegenüberliegenden Bergflanke eine neue zweispurige Asphaltstraße, wobei die alte Straße immer noch eine Lebensader für die umliegenden Dörfer in den Yungas ist, da über sie die Lebensmittelversorgung erfolgt. Ganz autofrei ist die Death Road folglich nicht.

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Das Wetter ist gut für die Biketour und nach Materialprüfung geht es mit puckerndem Herzen los. Der Start ist auf 4.650 Meter Höhe, dem Scheitel des Abre La Cumbre. Der Anfang der Strecke ist unspektakulär und das schnelle Herabsausen verschafft den Fahrern den ersten Adrenalinrausch. Nach einer kurzen Pause in einem Örtchen an der Strecke verwandelt sich die Straße dann in eine einspurige echte Dirt Road mit vielen engen Haarnadelkurven, manchmal rutschigem Belag und Wasserdurchfahrten.

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Teilweise ist die Straße direkt in die steilen Felswände gehauen worden und zur Linken geht es tausend Meter tief hinunter ins grüne Dickicht. Nichts, was einen Fall stoppen könnte. Kaum vorstellbar, daß sich hier früher die Autos gezwungenermaßen aneinander vorbei quetschen mussten. Daß dies bei der halsbrecherischen Fahrweise der Bolivianer nicht immer gut ging zeigen die unzähligen Kreuze am Rand der Fahrbahn.

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Nachdem 65 km abwärts gerast, rund 3.500 Höhenmeter bewältigt sind und ein Tag voller Spaß, Spannung, Konzentration und Schweiß hinter ihnen liegt erreichen die Jungs das Städtchen Coroico mit seinem subtropischen Klima. Meine Helden haben es geschafft und dürfen sich offiziell jetzt „Survivors of the Death Road“ nennen … und mir fallen die Anden vom Herzen!

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In Sachen Fotos

Das Internet in Südamerika ist so dünn wie die Luft hier in den Anden, daher komprimieren wir die Fotos sehr stark auf 200 bis 500 kb. Die Qualität leidet darunter, ganz klar, aber ansonsten wären Uploads nicht möglich. Wenn Ihr die Bilder in einem größeren Format anschauen möchtet, dann klickt einfach auf das jeweilige Foto. Anschließend könnt Ihr Euch durch die jeweilige Galerie blättern.

6.8.2014: Happy Birthday…

… to you, happy birthday to you, happy birthday liebster Hugo, happy birthday to you!

 

Heute wird nicht nur Hugos Geburtstag gefeiert, sondern das Land Bolivien begeht auch seinen Nationalfeiertag. Hugo, Flo und Yannic beschließen, den Tag auf der berüchtigten Death Road, der Abra La Cumbre, zu verbringen. Dazu später mehr…

La Paz City Sightseeing

Mit den beiden Jungs unternehmen wir zwei Ausflüge, um uns einen Überblick über die wichtigste Stadt Boliviens, Dreh- und Angelpunkt von Politik, Wirtschaft und Tourismus, zu verschaffen. Mit einer neuen, von einem österreichischen Unternehmen gebauten Seilbahn fahren wir bis auf die Kante von El Alto. Der Blick aus der Luft ist spektakulär: Die 2 Mio Einwohner-Stadt zieht sich aus dem windgeschützten tiefen Talkessel rund 1.000 Meter die Berghänge hoch, überragt von den schneebedeckten Gipfeln der Cordillera Real.

Das Stadtbild ist geprägt von modernen, nicht immer schönen, Hochhäusern in der tief gelegenen Innenstadt und unzähligen ärmlichen Lehmhütten, die wie braune Schwalbennester dicht an dicht an den steilen Hängen kleben, bis sie am Rand des Altiplanos an den tiefblauen Himmel stoßen. Leben in La Paz kann auf eine simple Formel gebracht werden: Je tiefer man wohnt um so wohlhabender ist man und desto dicker ist die Luft zum Atmen.

Aus der Gondel erkennen wir, daß sich weitere Seilbahnen im Bau befinden, die offensichtlich die verschiedenen Stadtteile zukünftig à la Wuppertal miteinander verbinden sollen. Das ist mal eine gute Idee, denn der Verkehr ist mörderisch und ein U-Bahn-Bau kaum möglich. Und wem haben wir dieses Projekt zu verdanken? Meinem speziellen Freund Senor Morales, der sich zumindest auf großformatigen Plakaten damit einmal mehr unübersehbar schmückt.

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Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bus zwei Stunden durch La Paz und schauen uns die Stadtviertel etwas genauer an. Am Paseo El Prado, die Lebensader der Stadt, wechseln sich koloniale Prachtbauten mit modernen Geschäfts- und Bürohäusern ab. Viele Häuserfronten sind mit Graffity bedeckt, teilweise sehr kunstvolle und farbenfrohe Bilder aus der Andenkultur, aber meistens leider nur gewöhnliche Schmierereien.

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Die Innenstadt wimmelt vor Menschen: Indigenas in ihren bunten Andentrachten, die an kleinen Straßenständen Obst, Gemüse, Süßigkeiten oder Brot anbieten, Geschäftsmänner und –frauen in Hosenanzügen, junge Menschen in Jeans und T-Shirt, Gaukler, die Zauberkunststücke vorführen, Nonnen in ihren tristen Gewändern, Männer, die Fossilien verkaufen möchten …

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Hinter der barocken Basilica San Francisco mit ihrem wuchtigen Glockenturm bummeln wir durch die steil ansteigende Calle Sagarnaga, wo es Pullover und die typischen Ponchos aus Alpakawolle, alte Stoffe, bunte Taschen mit Indio-Mustern und Llama-Felle zu kaufen gibt. In der Calle Linares, der Zaubergasse oder dem Hexenmarkt, verkaufen alte Frauen mit zerfurchten Gesichtern Heilpflanzen, Steine, geheimnisvolle Pülverchen und allerhand Mittelchen gegen Krankheiten oder böse Geister. Hier entdecken wir an den Verkaufsständen auch erstmals die Llama-Embryos, die als Glücksbringer beim Hausbau in die vier Ecken eingemauert werden.

66% Kinderkram

In diesem Monat kommen 66% unserer Kinder zu Besuch, die fehlenden 33% dann im kommenden Jahr. Florian und sein Freund Yannic landen heute früh um kurz nach 5.00 Uhr in El Alto. Wir stehen auf dem Flughafen in der dünnen Luft hinter der Glasscheibe und sehen die American Airlines Maschine in der Dunkelheit einschweben. Ihre Parkposition ist direkt vor uns und so können wir aus nächster Nähe die Passagiere über die herangerollte Treppe aussteigen sehen. Wir schauen und schauen, aber kein Flo und kein Yannic in Sicht. Haben sie den Anschlussflug in Miami verpasst? Hat der Zoll in Miami sie mit unseren ganzen Bestellungen (diverse Ersatzteile für den Mog, ein Pad, Ceranfeldreiniger, Nutella usw.) nicht weiterreisen lassen? Langsam werden wir nervös, was den in der dünnen Luft ohnehin schon beschleunigten Puls nochmals erhöht, aber dann, als letzte Passagiere, steigen die Zwei aus. In kurzen Hosen auf über 4.000 Metern bei Minusgraden! Wir freuen uns!

Zoobesuch

Während Hugo in der Luft ist besuche ich den sehr schön angelegten Zoo in der Nähe des Landeplatzes, der fast ausschließlich hier in Bolivien beheimatete Tiere der Hochebenen, der Nebelwälder und des Dschungels beherbergt. Neben Andenbären, Affen, Schlangen und verschiedenen Vögeln gibt es auch eine unerwartet große Vielzahl von Raubkatzen, Kondore und natürlich Llamas. Einziger Exot, der nicht hier hin gehört, ist ein Löwe, der vermutlich aus irgendeinem Zirkus stammt und hier eine neue Heimat gefunden hat.

Mein Herz schlägt für die seltenen Vicunas mit ihrem zarten Körperbau und ihren übergroßen langbewimperten Augen. Ein zutrauliches Vicuna-Mädchen lässt sich von mir sogar genüsslich am Kopf kraulen, aber dann kommen zwei Hengste mit angelegten Ohren angaloppiert, stellen sich auf die Hinterbeine, legen die Vorderläufe auf das Gatter und schleudern eine gewaltige Ladung Rotz in meine Richtung. Zum Glück bin ich rechtzeitig einige Meter zurück gewichen, so daß sie ihr Ziel verfehlen.

Vicunas wurden wegen seiner seidenfeinen Wolle, der teuersten Naturfaser der Welt (Kilo = ca. EUR 500), fast ausgerottet und sind heute nur Dank strengster Schutzbestimmungen wieder in den Hochanden zu finden. Durch ihre spezifischen Bluteigenschaften können die Tiere sowohl in Höhen bis zu 5.000 Metern als auch in wüstenartigen Hochsteppen überleben.

Hier im Zoo bietet sich die einmalige Gelegenheit, auch die riesenhaften Kondore aus der Nähe zu betrachten. Nicht gerade mit Schönheit gesegnet beeindrucken sie durch ihren Körperbau und ihre ungeheure Spannweite von über 3 Metern. Aber nichts und niemand ist nur häßlich und so haben die Kondore zauberhafte schneeweiße Federkränzchen um ihren Hals, um die sie Prinzessinnen beneiden würden. Leichte thermische Aufwinde reichen aus, um den Kondor in Höhen von über 5.000 Metern zu tragen. Bei den Inka wurde der der König der Anden als heiliges Tier, als Symbol des Lichtes und der Sonne, verehrt.

Chuno: Die tolle Knolle

In Cochabamba haben wir das erste Mal Chuno gegessen. Bröckelig, mehlig, aber erdig aromatisch und ganz eindeutig eine Kartoffel. In den Andenländern gibt es, neben rund 100 wilden Sorten, 4.000 Kartoffelsorten, die kultiviert werden, allein in Peru 2.500. In Peru kann der Beginn der Kartoffelkultivierung auf 3.500 Jahre v. Chr. Datiert werden.

Chuno ist eine Bitterkartoffel, die in den Anden bis auf eine Höhe von 4.500 Metern wächst. Nicht Peter von Frosta hat die Gefriertrocknung erfunden, sondern die Bewohner des andinen Hochlandes haben dieses Verfahren zur Haltbarmachung entwickelt. Hier in diesen Höhen sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sehr groß. Nachts werden die geernteten Kartoffeln dem Frost ausgesetzt, tagsüber in der starken Sonne wieder getrocknet. Dadurch verlieren die Kartoffeln stark an Gewicht und Volumen. Vor der letzten Trocknung drücken die Andenbauern das letzte Wasser mit den Füßen aus den Kartoffeln. Danach sind sie bis zu 10 Jahre haltbar und leicht in die Vorratslager zu transportieren. Auf diese Weise konnten und können sich die Andenbewohner vor Hungersnöten und Missernten schützen. Ein unschätzbares Wissen für die Zukunft.

Mit dem Bobby-Car auf über 4.000

Wir gönnen uns den Spaß und fahren mit dem Quad für zwei Stunden in die Berge auf über 4.000 Meter.

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Der Panoramablick auf das tief im Tal eingebettete La Paz und die umliegenden Berge ist ein Traum.

 

Müllhunde

Uns waren mehrfach die unglaublich vielen Hunde aufgefallen, die entlang der großen Fernstrecken im rechten Winkel zur Fahrbahn fast auf der Straße liegen. Hund folgt auf Hund, alle paar hundert Meter ein neuer auf beiden Seiten der Straße. Wir hatten uns gewundert, was es damit auf sich haben könnte, da es bei so viel Land und Weite erheblich bessere Plätze für Hunde zum Herumliegen gibt. Dann werden wir Zeuge, wie ein großer LKW heranbraust, auf der Beifahrerseite das Fenster herunter gelassen und eine große Mülltüte herausgeschleudert wird. Der eben noch dösende Hund springt auf, sprintet in Lichtgeschwindigkeit neben dem LKW her, fängt die fliegende Tüte noch fast in der Luft und fleddert sie dann am Straßenrand auf der Suche nach Eßbarem. Es sind Müllhunde, die gelernt haben, auf fliegende Plastiktüten zu warten. Müllhunde, die sich perfekt an die unschöne Gewohnheit der Bolivianer angepasst haben, ihren Müll gedankenlos in die Umwelt zu entsorgen, egal ob dieser organisch ist oder nicht.

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Endspurt nach La Paz

Wir haben in dem kleinen Ort Caracollo übernachtet und als wir am nächsten Morgen wach werden stellen wir fest, es ist Sonntagsmarkt. Von überall her rollen Taxis, Motorräder, LKW, Reisebusse und sonstige fahrbare Untersätze an, aus denen Unmengen an Menschen purzeln.

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Wir lassen uns die Gelegenheit nicht entgehen und bummeln im Ort umher. Bunter kann ein Markt nicht sein: Von Gemüse bis zu Coca-Blättern, von Autoersatzteilen bis zu Lamas und Schafen, von gekochten Hühnerherzen bis zu bunten Spitzenröcken, von Waschmitteln bis zu medizinischen Heilkräutern, hier gibt es alles zu kaufen. Es geht beschaulich zu, das Verkaufsgespräch ist nicht beschränkt auf den Tausch von Geld gegen Ware, sondern man nimmt sich viel Zeit für einen ausgiebigen Plausch. Wie in alten Zeiten ersetzt der Markt hier noch immer die Zeitung und erhält die Gemeinschaft.

Schafe liegen an Vorder- und Hinterbeinen gebunden blökend auf dem Boden, nur die Lämmchen dürfen frei umherlaufen, bewegen sich aber nicht von ihrer Mutter weg. Lammfromm halt.

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Nach erfolgreichen Verhandlungen nimmt der Käufer die Schafe rechts und links am Seil zwischen den Beinen wie zwei Einkaufstaschen und schleppt sie kopfüber fort. Sie werden entweder auf einen robusten Anhänger geladen, auf die Rückbank eines Taxis gestopft oder aber – die abenteuerlichste Version, die wir sehen – neben die Gepäckstücke auf dem Dach eines so schon völlig überladenen Overlanders geschnallt. Ein Herz für Tiere kennt man hier nicht.

Caracollo ist kein touristischer Ort und dementsprechend begegnen uns die Menschen. Nicht unfreundlich, aber misstrauisch und verschlossen, manchmal abweisend. Ein offenes Lächeln und ein freundlicher Blick werden nicht unbedingt erwidert. Wir sind hier Fremdlinge und fühlen uns auch so.

Über die fast schnurgerade Straße geht die Fahrt über das Hochplateau weiter Richtung La Paz. Die Landschaft ist wie am Vortag eine eintönige Halbwüste, trockene Weiden und einige weiße Salzflächen säumen die Fahrbahn rechts und links bis hin zu den sanften beige-braunen Hügeln am Horizont.

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Dann, wie eine Fata Morgana, wie ein gestrandeter Eisberg, wie ein weißer Baiser aus Eischaum und Puderzucker, schiebt sich auf der rechten Seite zwischen zwei Hügeln die schneeweiße Kuppe des Illimani (6.439 m) in den Blick.

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In der glasklaren Luft scheint er zum Greifen nah. Wenige Kilometer weiter wird auf der linken Seite dann auch der Vulkankegel des Sajama (6.542 m), 240 Kilometern entfernt an der Grenze zu Chile und höchster Berg Boliviens, sichtbar.

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Und dann ist der Moment da, in dem am Horizont vor unseren Augen die Cordillera Real, die Königskordillere, plötzlich mit ihren eisgepanzerten Gipfeln im klaren Licht des Nachmittages wie eine übergroße Fototapete sichtbar wird. Wir fahren im rechten Winkel direkt auf die Bergkette zu, zu deren Füßen tief im Talkessel La Paz liegt, und halten den Atem an. Die europäischen Alpen sind beeindruckend, die Rocky Mountains im Westen Nordamerikas auch, aber dieses Panorama ist schlichtweg atemberaubend und treibt uns für einen Moment die Tränen in die Augen. Vor uns liegen die schneebedeckten Gipfel in ihrer ganzen königlichen Pracht: Die Grupo Condoriri (5.648 m), der Huayna Potosi (6.088 m), der berühmte Chacaltaya (5.395 m) mit seinem inzwischen geschmolzenen Gletscher, der Mururata (5.858 m),der Illimani (6.439 m) und unzählige weitere Gipfel mit über 5.000 Metern.

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Nachdem wir den Kontrollpunkt der Militärpolizei passiert haben führt unsere Route durch die auf dem Rand des Altiplano gelegene sozial schwache Zwillingsstadt von La Paz, El Alto. Da Garmin zur Zeit noch keine Bolivien Software anbietet haben wir uns eine bolivianische Freeware auf das Handy geladen und folgen nun ihren Anweisungen, kombiniert mit dem bewährten Richtungsfahren. Wir wollen zum Hotel Oberland, dem Treffpunkt der Globetrotter in La Paz im Stadtteil Mallasa nahe dem Valle de la Luna. Nach etlichen Kilometern auf schnurgerader Straße durch El Alto weist uns das Navi an, rechts abzubiegen. Die Richtung stimmt, also folgen wir und stürzen uns mit dem Unimog auf einer Schotterpiste fast 1.000 Meter talwärts durch bizarre Stein- und Erdtürme, Säulenpyramiden, und Felsnadeln, geformt durch Erosion und klimatische Gegensätze.

Keine Frage, die Richtung stimmt noch immer, es ist das Valle de la Luna, aber wir bezweifeln, daß es der offizielle Weg nach Mallasa ist. Minuten später bekommen wir eine blinkende Nachricht auf unser Handy: „Thank you very much for improving our software. You receive 24 bonus points.“ Ob der Weg eine Verbesserung ist sei mal dahin gestellt. Wir haben eher die Befürchtung, daß jetzt zukünftig alle armen Teufel diesen Steilhang hinuntergejagt werden.

Nach Wochen ohne eine einzige Begegnung mit anderen Travellern treffen wir jetzt im Hof des Hotels gleich auf drei Wagen aus Deutschland (2x Bamberg, 1x Berlin) und einen aus UK. Das „Hallo“ ist immer groß bei solchen Treffen, es folgt der übliche Austausch bei Bier und Wein und für den nächsten Abend wird gemeinsames Grillen verabredet. In der Nacht gesellt sich noch ein Pärchen aus der Schweiz dazu und damit ist der Hof zugeparkt.

Auf dem Altiplano

Unser nächstes Etappenziel auf dem Weg nach La Paz ist Oruro. Die Ruta 4 schraubt und windet sich entlang steiler Felswände unaufhörlich die Ostflanke der Anden hinauf. Leitplanken gibt es nur selten, was die Fahrer von LKW, Bussen und Autos aber nicht von waghalsigen Überholmanövern abhält.

Die Pässe sind gesäumt mit unzähligen kleinen Giebelhäuschen geschmückt mit Blumenkränzen, filigranen Metallkreuzen oder kleinen weißen Engeln aus Marmor zum Gedenken der Unfallopfer, die hier ihr Leben im bodenlosen Abgrund neben der Fahrbahn ließen. Manchmal stehen in Kurven acht, neun Häuschen nebeneinander, auf einigen Tafeln stehen bis zu zwanzig Namen. Ganze Familien, ganze Reisebusse, die hier in die Tiefe stürzten. Auf glatten Felswänden sehen wir immer wieder fromme Sprüche in weißer Farbe gepinselt: „Herr Jesus Christus, wir legen unser Leben in Deine Hände, bitte beschütze uns“. Wie wäre es denn einfach mal mit langsamer fahren? Aber es ist ja so viel leichter, die Verantwortung für das Leben an irgendeinen Gott abzugeben.

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Nachdem wir den La Cumbre-Paß mit knapp 4.500 Metern überwunden haben erreichen wieder das waldlose und trockene Hochlandbecken des Altiplano zwischen West- und Ostkordilleren. Unterwegs sehen wir die ersten Llamas.

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Der Altiplano erstreckt sich auf einer Höhe von 3.600 – 4.200 Metern auf einer Fläche von 700 km Länge und 200 km Breite. Das heißt: Einmal auf dieser Höhe kommt man so schnell nicht wieder hinunter. Trotz der Höhenlage und Trockenheit ist der Altiplano das Siedlungsgebiet Boliviens; rund 80% der Bevölkerung lebt hier, überwiegend noch in den traditionellen, mit Stroh oder Wellblech gedeckten winzigen Lehmhäusern. Aber die Moderne hat auch hier Einzug gehalten, wenngleich noch nicht wirklich spürbar, aber auf jeden Fall unübersehbar. Das Mobilfunkunternehmen tigo hat offensichtlich einen Trupp die Ruta 4 entlang gejagt mit der Aufgabe, möglichst viele Bauern dazu zu bewegen, ihr Häuschen vollständig tigo-blau streichen zu lassen. So ist der Weg entlang der Ruta 4 jetzt blaugetupft.

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Vermutlich haben die Bewohner als Gegenleistung dafür eine Handvoll Bolivianos, ein Huhn oder einen Sack Reis erhalten. Das auf die Häuserwände gepinselte großspurige Versprechen, auf der gesamten Ruta 4 eine dauerhafte gute Internetverbindung zu gewährleisten, kann tigo allerdings nicht halten.

Die Sonne brennt unbarmherzig von einem wolkenlosen Himmel, auf dem gesamten Altiplano gibt es nicht einen Baum oder Strauch, der Schatten wirft und wir fahren Stunde um Stunde bei gleißendem Licht auf gleichbleibender Höhe. Staub dringt durch alle Öffnungen, die Nase verstopft, der Rachen fühlt sich wie Sandpapier an, obwohl Hugo und ich – Entschuldigung – schon Wasser saufen wie die Ponies. Wie war das Leben hier ohne Telefon? Ohne Fernsehen? Ohne Internet? Für die Bewohner muß die Einführung dieser Medien einen Quantensprung bedeutet haben, oftmals vielleicht der einzige Zugang zu aktuellen Informationen und Bildung.

Wir erreichen die Peripherie von Oruro (250.000 Einwohner) und sind entsetzt. Nach einer Fahrt durch die Stadt erhärtet sich unser erster apokalyptischer Eindruck und wir beschließen, ein Stück außerhalb zu nächtigen. Die Vermüllung mit Plastik und Schrott ist grenzenlos, darüber hinaus wurden überall planlos private und gewerbliche Baumaßnahmen begonnen und offensichtlich aus Geldmangel wieder abgebrochen. Wildwuchs und Bauruinen en masse beherrschen das Bild. Wir bezweifeln, daß es hier so etwas wie Kommunalpolitik oder Stadtverwaltung gibt. Oder, wahrscheinlicher, es gibt alle paar Monate eine neue.

Wir verlassen Oruro über die Ruta 1 und wundern uns wieder einmal über ein Großprojekt. Die Ruta 1 soll auf einer Strecke von 230 km von Oruro bis La Paz zu einer vierspurigen „Autobahn“ ausgebaut werden. Der eher mäßige Verkehr mit 90% LKW rechtfertigt dies nicht wirklich. Besser hätte man auf dieser planen Geradeaus-Fläche eine Bahnlinie für den Güter- und Personenverkehr angelegt. Noch verwunderlicher ist, daß über endlose Kilometer auf beiden Seiten der Fahrbahn zigtausende Bäume in aufwändiger Weise angepflanzt werden.

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Erste Frage: Welche Bäume sollen hier, in der dürren, salzhaltigen Erde, wo nur das trockene Büschelgras ichu überlebt, wachsen? Zweite Frage: Wofür überhaupt? Jeder Baum am Straßenrand, wenn er denn wider Erwarten überhaupt gedeihen sollte, stellt bei der bolivianischen Fahrweise ein zusätzliches Sicherheitsrisiko dar. Dann sehen wir in einer der Baustellen ein überdimensionales Plakat zu dem Straßenprojekt, von welchem uns Herr Morales mit Blumenkette anlächelt, und uns wird alles klar: Er möchte bestimmt eine repräsentative Präsidentenavenida anlegen! Ein paar Kilometer weiter steht dann in der Mitte der Fahrbahn eine deutlich kleinere Projekttafel und es erschließt sich uns, wie er sein Projekt finanziert: Die Europäische Union greift mal wieder tief in die Tasche. Tun sie/wir das aus Nächstenliebe? Oder Berechnung? Bolivien ist immens reich an Bodenschätzen, die in Zukunft auch für uns immer mehr an Bedeutung gewinnen werden. Wie dem auch sein, hier wird jedenfalls viel Geld in den Sand bzw. das Salz  gesetzt.