Zurück auf der Straße und im prallen Leben besuchen wir als Kontrastprogramm den Palacio de los Portales, das Stadthaus des legendären Zinnkönigs Simon Patino, einst einer der reichsten Männer der Welt und eine Zeit lang bolivianischer Botschafter in der Schweiz. Der elegante Palast im Renaissancestil beherbergt verschiedene Salons mit Seidentapeten, Tapisserien und Möbeln aus der Zeit Napoleons und Ludwig XV. Zahlreiche fünf Meter hohe Flügeltüren (portales), die dem Palast den Namen gaben, öffnen sich auf eine große Terrasse oberhalb der parkähnlichen Anlage. Vor dem geistigen Auge erscheinen unweigerlich Bilder von rauschenden Festen, Damen in großen Roben und Zigarre rauchenden Männern.
Archiv für den Monat: August 2014
Convento Santa Teresa
Ein mitten im Zentrum von Cochabamba gelegener Ort mit besonderer Atmosphäre ist das Karmeliterkloster Santa Teresa, eines der wenigen „geschlossenen“ Klöster in Südamerika. Architektonisch ist das aus zwei Gebäuden und einem Innenhof bestehende Kloster ein Kleinod; fotografieren ist leider untersagt. Wir nehmen an einer Führung teil und erfahren, daß die Klosterschwestern früher wie auch heute noch von der Gesellschaft völlig isoliert leben. Am „normalen“ Leben nehmen sie nicht teil, jeglicher Kontakt nach draußen ist strengstens untersagt. Innerhalb der Klostermauern werden einige Produkte wie zum Beispiel Zitronenmarmelade hergestellt, die verkauft oder getauscht werden, wobei der Verkauf ausschließlich über ein blickdichtes Holzrondel erfolgt. Die Karmeliterinnen legen ihre Produkte im Gebäude in ein Fach des Rondels und drehen dieses; der Käufer entnimmt die Waren draußen und legt seinerseits Geld oder Tauschwaren hinein.
Die Wände der Räume und des Kreuzganges sind mit vielen großformatigen Gemälden geschmückt, die in ihrer Art sehr besonders sind und drei verschiedene Kunstschulen repräsentieren. Bei Eintritt in das Karmeliterkloster wird den Nonnen das Haar geschoren, welches teilweise für Figuren der heiligen Familie und anderer Heiliger verwendet wird, die in einigen Nischen und Treppenaufgängen stehen. Wir empfinden es schon als sehr befremdlich, sich freiwillig so vollständig von der Gesellschaft zurückzuziehen.
Paragliding in Cochabamba
In der Nacht hatte es etwas geregnet und am nächsten Morgen tragen die Vier- bis Fünftausender rund um Cochabamba kleine weiße Mützen. Die Flugbedingungen stimmen: Der Himmel ist wieder strahlend blau, der Startplatz auf 3.300 Metern liegt sehr schön an einem Paß oberhalb von Cochabamba, die Startbedingungen mit leichtem Wind von vorne sind für die Piloten fast ideal. Es ist Winter, daher ist es thermisch zwar nur mäßig, aber ausreichend. Nach einem lässigen Bilderbuchstart kann sich Hugo eine Dreiviertelstunde in Startplatzhöhe halten und einen schönen Flug vor grandiosem Panorama genießen, bevor er zur Landung auf dem offiziellen Platz des lokalen Clubs in einem ausgetrockneten Flussbett ansetzt. Alles prima, ein guter Tag.



