{"id":503,"date":"2014-06-20T21:40:21","date_gmt":"2014-06-20T19:40:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?p=503"},"modified":"2014-06-21T01:09:18","modified_gmt":"2014-06-20T23:09:18","slug":"tiere-des-pantanal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?p=503","title":{"rendered":"Tiere des Pantanal"},"content":{"rendered":"<p>Der Pantanal ist in S\u00fcdamerika das Gebiet mit der h\u00f6chsten Tier- und Pflanzenartendichte. Naturkundlich registriert wurden bis jetzt: 1700 Pflanzenarten, 700 Vogelarten, 50 Reptilienarten, 278 Fischarten, darunter welche, die bis zu 120 kg schwer werden.<\/p>\n<p>Trotz der immens hohen Tierdichte darf man keinen \u201eZoobesuch\u201c erwarten. V\u00f6gel sieht man sehr viele und sie machen auch immer lautstark auf sich aufmerksam, ansonsten ist der Pantanal leise und man mu\u00df sehr genau und geduldig hinsehen, um Tiere zu entdecken. Die gr\u00f6\u00dferen S\u00e4ugetiere sind fast ausnahmslos nachtaktiv und so mu\u00df man entweder in den fr\u00fchen Morgenstunden zwischen 5 und 7 Uhr losziehen oder aber abends nach Einbruch der Dunkelheit. Lediglich <em>Capivaras<\/em>, die \u201eWasserschweine\u201c und <em>Jacar\u00e9s<\/em> = Kaimane gibt es h\u00e4ufig.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Caiman-1-Doc1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-497\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Caiman-1-Doc1-300x225.jpg\" alt=\"Caiman 1 Doc\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Caiman-1-Doc1-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Caiman-1-Doc1-600x450.jpg 600w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Caiman-1-Doc1-624x468.jpg 624w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Caiman-1-Doc1.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Name \u201eJacar\u00e9\u201c entstammt der Sprache der Guarani-Indiander, der Ureinwohner des Pantanal. F\u00fcr sie ist der Kaiman ein g\u00f6ttlicher Bruder und sie erz\u00e4hlen sich eine Legende, in der sich ein Guarani-H\u00e4uptling in einen Kaiman verwandelte, um die Natur zu sch\u00fctzen. Sie glauben, da\u00df der Kaiman die g\u00f6ttliche Ordnung auf Erden aufrecht erh\u00e4lt und das Ende der Welt naht, wenn der Kaiman den Pantanal verl\u00e4sst. Was die Apokalypse betrifft besteht zumindest im Augenblick kein Anla\u00df zur Sorge: Seit 1967 die Kaimanjagd verboten wurde hat sich der Bestand im Pantanal auf 35 Mio Kaimane erholt.<\/p>\n<p>Tags\u00fcber haben Hugo und ich bisher mehrfach den <em>gro\u00dfen Ameisenb\u00e4ren<\/em>, einen <em>Pantanalhirsch<\/em>, ein <em>Opossum<\/em>, ein <em>G\u00fcrteltier<\/em>, zahlreiche <em>Affen<\/em> und einen gro\u00dfen Keiler gesehen, und wir hoffen, auf einer organisierten Nachtbeobachtungstour noch mehr Tiere zu Gesicht zu bekommen. Auf der <em>Fazenda Sao Francisco<\/em> geht es im offenen Jeep abends f\u00fcr zwei Stunden los, die Augen durch \u00fcbergro\u00dfe Brillen gut gesch\u00fctzt vor den Unmengen an Moskitos und anderen Insekten. Im Scheinwerferlicht stieben vor unserem Wagen auf den Feldwegen unz\u00e4hlige Eulen unwillig im letzten Moment hoch, in ihren F\u00e4ngen baumelt hilflos ihre Beute, meistens kleine Fr\u00f6sche. Wir sehen im Lichtkegel ein paar Capivaras, einen Pantanalhirsch, entdecken in einem Busch am Rande des Weges eine gr\u00fcne Schlange und schrecken einen <em>Ozelot<\/em> auf, der prompt mit einem Satz im Geb\u00fcsch verschwindet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Ozelot-Doc.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-494\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Ozelot-Doc-300x198.jpg\" alt=\"Ozelot Doc\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Ozelot-Doc-300x198.jpg 300w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Ozelot-Doc-600x397.jpg 600w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Ozelot-Doc-624x413.jpg 624w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Ozelot-Doc.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf der Fazenda Sao Francisco wird im Rahmen eines Reproduktionsprogrammes ein ausgewachsener m\u00e4nnlicher <em>Tapir<\/em> gehalten. Sein Gehege ist gro\u00df, dicht und hoch bewachsen und die Chance, ihn zu sehen, sind eher gering, aber wir haben Gl\u00fcck. Als wir am sp\u00e4ten Nachmittag aus dem Unimog treten sehen wir ihn, noch ganz verschlafen, aus seinem Stall kommen. Wir waren gewarnt worden, ihm zu nahe zu treten: Bei Bedrohung k\u00f6nnen Tapire ihren (vermeintlichen) Feind zielgenau \u00fcber mehrere Meter Entfernung anpinkeln. Wir betrachten das seltsam anmutende Tier von der Gr\u00f6\u00dfe eines Ponies aus geb\u00fchrendem Abstand.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tapir-1-Doc.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-502\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tapir-1-Doc-300x225.jpg\" alt=\"Tapir 1 Doc\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tapir-1-Doc-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tapir-1-Doc-600x450.jpg 600w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tapir-1-Doc-624x468.jpg 624w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tapir-1-Doc.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dften Katze des s\u00fcdamerikanischen Kontinentes, dem<em> Jaguar<\/em>, zu begegnen ist eher unwahrscheinlich. Seit brasilianische Umweltschutzbeamte die Einhaltung des Arten-schutzabkommens streng \u00fcberwachen hat sich zwar der Bestand des Jaguars im Pantanal wieder auf rund 8.000 Exemplare erh\u00f6ht, aber leider bekommen wir in dieser Nacht keines dieser Raubtiere mit dem sch\u00f6n gezeichneten Fell zu sehen. Sie sind ausgesprochene Einzelg\u00e4nger, sehr scheu und man wird ihnen vermutlich eher auf der Fifth Avenue oder der K\u00f6 zu begegnen, wo sie die Schultern einer <em>rich bitch<\/em> schm\u00fccken, mit der zweifelhaften Aufgabe ihr zu mehr Selbstbewusstsein und Anerkennung zu verhelfen.<\/p>\n<p>Wir sehen in dieser Nacht jedenfalls keinen, sind aber nicht entt\u00e4uscht, weil die Fahrt durch den n\u00e4chtlichen Pantanal auch so sehr lohnenswert ist. Wenn die V\u00f6gel schlafen ist die Stille fast physisch greifbar. Es gibt keine k\u00fcnstlichen Lichtquellen, keinen Lichtsmog, der den Millionen Sternen am Himmel Konkurrenz machten k\u00f6nnte. Man bekommt eine Vorstellung davon, wie es war, als der Mensch noch nicht da war.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe S\u00e4ugetierart gibt es hier im Pantanal allerdings zu Millionen und bedroht das Paradies immer st\u00e4rker. Hugo nennt sie den \u201e<em>brasilianischen Butterhirsch<\/em>\u201c, naturwissenschaftlich korrekt hei\u00dfen sie Charolez, Miura, Caracu, Longhorn oder Boi Pantaneiro, ich sage dazu einfach Rinder. F\u00fcr die eintr\u00e4gliche Zucht roden die Fazenderos legal und illegal nach wie vor gro\u00dffl\u00e4chig den Urwald, so da\u00df die R\u00fcckzugsr\u00e4ume f\u00fcr die wilden Tiere immer kleiner werden. Viel Fleisch wird dabei nach Europa und Indien exportiert. Die Gr\u00f6\u00dfe der Fazendas ist teilweise atemberaubend: Es gibt Farmen mit \u00fcber 100.000 Tieren. Gesch\u00e4tzt werden zur Zeit allein im Pantanal ca. 8 Mio Rinder gehalten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Butterhirsche-1-Doc.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-500\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Butterhirsche-1-Doc-300x193.jpg\" alt=\"Butterhirsche 1 Doc\" width=\"300\" height=\"193\" srcset=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Butterhirsche-1-Doc-300x193.jpg 300w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Butterhirsche-1-Doc-600x386.jpg 600w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Butterhirsche-1-Doc-624x401.jpg 624w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Butterhirsche-1-Doc.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vor Kurzem hatten wir im Blog die Benutzung des Begriffs \u201e\u00f6ko\u201c angesprochen, der hier in Brasilien unserem Empfinden nach inflation\u00e4r eingesetzt wird. Inzwischen haben wir recherchiert und unser Eindruck wurde best\u00e4tigt: Von den Rund 1.250 Fazendas im Pantanal haben ganz drei (!) ein offizielles \u00d6ko-Zertifikat; der Rest schm\u00fcckt sich also mit fremden Federn und bastelt sich seine Eco-Labels selbst. Trotzdem, globale Naturschutzorganisationen wie der WWF und auch die brasilianische Regierung haben erkannt, da\u00df \u00d6kotourismus ein sinnvolles Instrument ist, dieses Biotop zu erhalten und die Bem\u00fchungen gehen in die richtige Richtung.<\/p>\n<p>Bewegte Bilder findet Ihr hier:<\/p>\n<p><iframe src=\"\/\/player.vimeo.com\/video\/98771317\" width=\"625\" height=\"352\" frameborder=\"0\" title=\"Tiere im Pantanal\" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Pantanal ist in S\u00fcdamerika das Gebiet mit der h\u00f6chsten Tier- und Pflanzenartendichte. 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