{"id":4154,"date":"2015-07-15T10:12:20","date_gmt":"2015-07-15T08:12:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?p=4154"},"modified":"2015-07-15T12:43:31","modified_gmt":"2015-07-15T10:43:31","slug":"abschied-von-unimoppel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?p=4154","title":{"rendered":"Abschied von Unimoppel"},"content":{"rendered":"<p><em>Sandra<\/em> und <em>Enrique<\/em> haben sich bereit erkl\u00e4rt, uns zur F\u00e4hre nach <em>Colonia del Sacramento<\/em> zu bringen. Wir stellen Unimoppel im hohen gelben Gras in der N\u00e4he des Haupthauses ab und \u00fcbergeben ihn samt Schl\u00fcsseln, Papieren und einigen Erkl\u00e4rungen an die beiden. Es f\u00fchlt sich ein bi\u00dfchen so an, als \u00fcbergebe man ein Haustier, an dem das Herz sehr h\u00e4ngt. Ich kann mich jedenfalls bei der Abfahrt nicht umdrehen, der Klo\u00df im Hals dr\u00fcckt zu sehr und ich mu\u00df einen langen Moment in den Himmel gucken.<\/p>\n<p>Mit der \u00dcbergabe des Wagens wird uns unvermeidlich klar, da\u00df das jetzt nun wirklich das Ende unserer Reise mit dem Unimog ist. Der Moment des Abschieds, von dem wir vor einem Jahr noch nicht wu\u00dften wie schnell er kommen w\u00fcrde, ist da. Die Zeit, die wir uns geschenkt haben, unser &#8222;Luxusjahr&#8220;, ist um.<\/p>\n<p>Ein ganzes Jahr war Unimoppel unser Zuhause. In den W\u00fcsten und den Tropen, auf den Gipfeln der Anden und an den K\u00fcsten der Meere, bei Sonne, Regen und Temperaturen deutlich unter Null, auf Sand, Salz, Schotter, Schlamm und Asphalt. Er hat ge\u00e4chzt und gest\u00f6hnt, zeitweilig schwarzen Rauch ausgepustet, sich und uns manches Mal gewaltig durchgegesch\u00fcttelt, aber er hat uns nie im Stich gelassen. Leben auf nur 7,5 Quadratmetern, aber es hat uns an nichts gefehlt.<\/p>\n<p>Es wird ihm gut gehen hier auf der Farm in <em>Uruguay<\/em>. Hier, als einzigem Land in S\u00fcdamerika, darf er bis zu einem Jahr stehen bleiben, ohne das teure Zollgeb\u00fchren f\u00e4llig werden. Sollten wir bis dahin keine Gelegenheit zu einer weiteren Reise mit ihm haben, wird <em>Enrique<\/em> ihn mal kurz \u00fcber die Grenze nach Brasilien oder Argentinien und wieder zur\u00fcck fahren. Danach kann er ein weiteres Jahr stehen bleiben. F\u00fcr den Fall, da\u00df wir Unimoppel doch nach Europa holen m\u00f6chten, weil wir ihn zu sehr vermissen, buchen wir eine \u00dcberfahrt und <em>Enrique<\/em> wird ihn in <em>Montevideo<\/em> auf einen Frachter setzen.<\/p>\n<p>Das Terminal im Hafen von <em>Colonia<\/em> ist topmodern, wir checken uns und unser Gep\u00e4ck \u2013 mit Gleitschirmausr\u00fcstung, Drachengurtzeug, Helm usw. immerhin \u00fcppige 100 Kilo \u2013 wie auf einem Flughafen ein, und schon kurze Zeit sp\u00e4ter startet die voll besetzte F\u00e4hre, um uns in 1 \u00bd Stunden \u00fcber den <em>Rio de la Plata<\/em> auf die argentinische Seite zu bringen. Der Wind bl\u00e4st seit ein paar Tagen heftig, der Wellengang in der Flu\u00dfm\u00fcndung ist stark und die F\u00e4hre schaukelt gewaltig. Der Aufenthalt an Deck wird untersagt, die T\u00fcren geschlossen, vorbei ist es mit der frischen Luft. Gut, da\u00df wir uns f\u00fcr die schnelle, wenngleich etwas teurere F\u00e4hre entschieden haben: Das regul\u00e4re Schiff ben\u00f6tigt f\u00fcr die \u00dcberfahrt die doppelte Zeit.<\/p>\n<p>Mit dem Taxi geht es nach der offiziellen Einreise in Argentinien weiter zum internationalen Flughafen von <em>Buenos Aires<\/em> und von dort \u2026 nein, noch immer nicht nach Hause. Wir schieben, wo wir nur k\u00f6nnen :-). Wir haben uns gegen einen vierzehnst\u00fcndigen Flug in einer Sardinenb\u00fcchse mit minimaler Beinfreiheit, Dudelmusik und m\u00fcffelnden Mitreisenden entschieden. Nach unserer langen Tour durch Natur und Einsamkeit bef\u00fcrchten wir au\u00dferdem einen lebensbedrohlichen Kulturschock, wenn wir in Deutschland v\u00f6llig \u00fcbern\u00e4chtigt und mit Jetlag ungebremst in den Alltag purzeln. Wir sind mit dem Schiff gekommen und kehren jetzt auch mit dem Schiff nach Europa zur\u00fcck, haben aber den spartanischen Frachter gegen ein komodes Kreuzfahrtschiff ausgetauscht. \u00dcber Nacht und via <em>Sao Paulo<\/em> fliegen wir nach <em>Rio de Janeiro<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/P1240942.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4043\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/P1240942-300x202.jpg\" alt=\"P1240942\" width=\"300\" height=\"202\" srcset=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/P1240942-300x202.jpg 300w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/P1240942.jpg 1024w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/P1240942-600x404.jpg 600w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/P1240942-624x420.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sandra und Enrique haben sich bereit erkl\u00e4rt, uns zur F\u00e4hre nach Colonia del Sacramento zu bringen. Wir stellen Unimoppel im hohen gelben Gras in der N\u00e4he des Haupthauses ab und \u00fcbergeben ihn samt Schl\u00fcsseln, Papieren und einigen Erkl\u00e4rungen an die beiden. Es f\u00fchlt sich ein bi\u00dfchen so an, als \u00fcbergebe man ein Haustier, an dem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4154"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4154"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4154\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4179,"href":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4154\/revisions\/4179"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}