{"id":3179,"date":"2015-02-01T03:35:49","date_gmt":"2015-02-01T01:35:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?p=3179"},"modified":"2015-02-01T04:34:27","modified_gmt":"2015-02-01T02:34:27","slug":"feuer-land","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?p=3179","title":{"rendered":"Feuer. Land."},"content":{"rendered":"<p><em>Fernando de Magallanes<\/em>, der Portugiese, der mit dem Auftrag des spanischen K\u00f6nigs Karl V. um die Welt segelte, einen westlichen Seeweg nach Indien und zu den Gew\u00fcrzinseln zu finden, war der erste Europ\u00e4er, der den schiffbaren Kanal zwischen der Inselgruppe und dem Kontinent entdeckte und 1520 seinen Fu\u00df auf Feuerland setzte. <em>Francis Drake<\/em> war rund sechzig Jahre sp\u00e4ter auch nur an der zeitsparenden Passage und weniger an dem kargen, stets windigen Land interessiert. Zwei holl\u00e4ndische Kapit\u00e4ne, <em>Willem Cornelisz Schouten<\/em> und <em>Jacob Le Maire<\/em> aus <em>Kap Hoorn<\/em>, entdeckten dann 1615, da\u00df Feuerland kein mit dem S\u00fcdpol verbundenes Festland ist, wie man bis dahin glaubte, sondern eine Inselgruppe. Sie gaben dem s\u00fcdlichsten Punkt den Namen ihres holl\u00e4ndischen Heimathafens. Kapit\u00e4n <em>Fitz Roy<\/em>, Kommandant der <em>Beagle<\/em>, mit der <em>Charles Darwin<\/em> um die Welt reiste, entdeckte dann 1834 den nach seinem Schiff benannten <em>Beagle<\/em>-Kanal, der n\u00f6rdlich von <em>Kap Hoorn<\/em> zwischen der Hauptinsel und der I<em>sla Navarino<\/em> verl\u00e4uft und einen Weg in gesch\u00fctzte, vergleichsweise ruhige Gew\u00e4sser er\u00f6ffnete.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/P1210050.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2969\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/P1210050-300x225.jpg\" alt=\"P1210050\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/P1210050-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/P1210050-600x450.jpg 600w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/P1210050-624x468.jpg 624w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/P1210050.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aber es war ein Deutscher, der Flugpionier <em>G\u00fcnther Pl\u00fcschow<\/em>, der den Archipel erstmals aus der Luft sah. Am 3ten Dezember 1928 brachte er mit seiner offenen, einmotorigen Doppeldecker-Maschine vom Typ Heinkel He 24 W mit der Kennung \u201eTsingtau D 1313\u201c die erste Luftpost von <em>Punta Arenas<\/em> nach <em>Ushuaia<\/em>. Drei Jahre sp\u00e4ter verungl\u00fcckte er zusammen mit seinem Bordmechaniker <em>Ernst Dreblow<\/em> nahe des <em>Perito-Moreno<\/em>-Gletschers am <em>Fitz- Roy-<\/em>Massiv t\u00f6dlich, als das Flugzeug in den <em>Rio Brazo<\/em> st\u00fcrzte. Noch heute wird <em>Pl\u00fcschow<\/em> auf Feuerland sehr verehrt; Stra\u00dfen tragen h\u00e4ufig seinen Namen, in Museen findet man umfangreiche Dokumentationen \u00fcber ihn und auf dem Gel\u00e4nde des Aeroclub von <em>Ushuaia<\/em> ist seit 2011 eine originalgetreue Replik seines Doppeldeckers ausgestellt, der leider beim letzten Sturm eine der Tragfl\u00e4chen abgebrochen ist. Seine Eindr\u00fccke hat <em>Pl\u00fcschow<\/em> in seinem abenteuerlichen Reisebericht \u201eSilberkondor \u00fcber Feuerland: Mit Segelkutter und Flugzeug ins Reich meiner Tr\u00e4ume\u201c dokumentiert, ein auch heute noch sehr lesenswertes und faszinierendes Buch. Die ersten bewegten Bilder aus der Luft von der \u00fcberw\u00e4ltigenden Sch\u00f6nheit S\u00fcdpatagoniens und Feuerlands zeigte sein gleichnamiger Film.<\/p>\n<p>Wie kam Feuerland zu seinem Namen? Der Chronist Magellans, <em>Pigafetta<\/em>, behauptet, bei der Ankunft seien schon aus gro\u00dfer Entfernung \u00fcberall entlang der K\u00fcste die lodernden Feuer der einheimischen V\u00f6lker zu sehen gewesen. Andere wiederum sagen, die Inseln tragen den Namen aufgrund des sich im Herbst leuchtend-rot verf\u00e4rbenden Waldes. Wir sagen, wer Feuerland einmal erlebt hat, ist \u201eFeuer und Flamme\u201c, so wie wir. Vielleicht sind es aber auch die spektakul\u00e4ren Sonnenunterg\u00e4nge, die die Kulisse majest\u00e4tischer schneebedeckter Berge an langen Sommerabenden in sanftes, geradezu magisches Licht tauchen, die der Inselgruppe den Namen geben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/P1210423.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2994\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/P1210423-300x225.jpg\" alt=\"P1210423\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/P1210423-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/P1210423-600x450.jpg 600w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/P1210423-624x468.jpg 624w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/P1210423.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Norden Feuerlands besteht aus flachem Tafelland mit kargem Bewuchs, der S\u00fcden hingegen erinnert uns stark an das bergige chilenische Patagonien mit undurchdringlichen W\u00e4ldern, welches wir schon kennen. Hier finden sich die letzten Ausl\u00e4ufer der Anden-Kordillere mit vergletscherten Gipfeln bis zu 2.500 Metern H\u00f6he.<\/p>\n<p>Kilometer um Kilometer fahren wir auf der Ruta 3, der Panamericana, weiter in den sich immer mehr verj\u00fcngenden Zipfel dieser Wundert\u00fcte namens S\u00fcdamerika. Wir haben die Landkarte des riesigen Kontinents vor unserem geistigen Auge und das Gef\u00fchl, \u00fcber die immer schmaler werdende Landmasse zu rutschen und in die eisigen antarktischen Fluten zu st\u00fcrzen, wenn wir Unimoppel nicht rechtzeitig zum Stehen bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fernando de Magallanes, der Portugiese, der mit dem Auftrag des spanischen K\u00f6nigs Karl V. um die Welt segelte, einen westlichen Seeweg nach Indien und zu den Gew\u00fcrzinseln zu finden, war der erste Europ\u00e4er, der den schiffbaren Kanal zwischen der Inselgruppe und dem Kontinent entdeckte und 1520 seinen Fu\u00df auf Feuerland setzte. 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