{"id":2653,"date":"2015-01-13T02:57:05","date_gmt":"2015-01-13T00:57:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?p=2653"},"modified":"2015-01-13T02:57:05","modified_gmt":"2015-01-13T00:57:05","slug":"coyhaique","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?p=2653","title":{"rendered":"Coyhaique"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr einen Moment drehen wir die Zeit zur\u00fcck \u2013 im Blog k\u00f6nnen wir das \ud83d\ude42 &#8211; und sind wieder in der Zeit kurz vor Weihnachten. Das Internet hier in Patagonien ist, wenn \u00fcberhaupt verf\u00fcgbar, anorexisch. Die chilenische Regierung hat auf den Plazas in den abgelegenen Ortschaften zwar kostenlose Hotspots eingerichtet, aber jedes Bit wird einzeln durchgeschoben und nach maximal einer halben Stunde fliegt man automatisch aus dem Netz. Wir kommen deshalb mit dem Bloggen nicht nach.<\/p>\n<p>Wir sind in <em>Coyhaique<\/em> angekommen, dem \u201eLand zwischen den Wassern\u201c. Hier flie\u00dfen der Rio Simpson und der Rio Coyhaique zusammen und die indianischen Ureinwohner nannten das Land entsprechend \u201eKoi-Aike\u201c. Die Stadt ist die Hauptstadt der Region <em>Ays\u00e9n<\/em>, der mit 0,9 Einwohnern pro Quadratkilometer am d\u00fcnnsten besiedeltsten Region Chiles. Die Region Ays\u00e9n verf\u00fcgt laut Volksz\u00e4hlung 2012 insgesamt \u00fcber 108.494 Einwohner, wovon etwas \u00fcber 50.000, also knapp die H\u00e4lfte, in <em>Coyhaique<\/em> leben. Weitere 30.000 leben in der Stadt Puerto Ays\u00e9n. Zieht man diese von der Gesamtzahl mal ab, dann bekommt man eine ungef\u00e4hre Vorstellung davon, wie d\u00fcnn der Rest der Region Ays\u00e9n, die immerhin einen Fl\u00e4chenanteil von 14,3% an Chile hat, besiedelt ist. Zum Vergleich: Die Hauptstadtregion <em>Santiago de Chile<\/em> hat einen Fl\u00e4chenanteil von 2% und eine Bev\u00f6lkerungsdichte von 434 Einwohnern pro Quadratkilometer. Deutschland hat eine Bev\u00f6lkerungsdichte von 226,9 Einwohnern pro Quadratkilometer und liegt damit weltweit auf Platz 17, Chile auf Platz 67. Auf den Pl\u00e4tzen 1 bis 3 liegen \u00fcbrigens Monaco, Singapore und Hongkong.<\/p>\n<p>Wir schauen im Ort zun\u00e4chst bei <em>Mercedes Kaufmann<\/em> vorbei. Unsere Ersatzteile aus Deutschland f\u00fcr die Heizung sind noch nicht eingetroffen, sondern liegen vermutlich noch irgendwo beim Zoll, aber wir m\u00fcssen auch am linken Vorderrad die Dichtung f\u00fcr das Portalgetriebe austauschen lassen, da dieses \u00d6l leckt. Die Werkstatt ist zwar etwas kleiner als die bisherigen, die wir im Laufe der Reise aufgesucht haben, aber der Kaufmann-Service ist wie gewohnt au\u00dferordentlich gut.<\/p>\n<p>Auch wenn <em>Coyhaique<\/em> das wirtschaftliche Zentrum der gesamten s\u00fcdlichen <em>Carretera Austral<\/em> ist, so vermittelt der Ort einen beschaulichen, eher d\u00f6rflichen Eindruck. Es gibt einige bescheidene Gesch\u00e4fte und Restaurants, ein Kino und eine sch\u00f6ne, mit gro\u00dfen B\u00e4umen bestandene f\u00fcnfeckige Plaza im Zentrum. Als wir samstags dort auf einer Bank sitzen versammeln sich pl\u00f6tzlich Hunderte Menschen im Halbkreis um eine B\u00fchne, wo sich schon ein kleines Orchester in festlicher Kleidung zusammengefunden hat. Wir denken zun\u00e4chst, es ist eine vorweihnachtliche Auff\u00fchrung, vielleicht von einer Schule. Weit gefehlt: Eine Wanderpredigerin der Methodisten-Pfingstkirche in leuchtend pinkfarbenem und reich besticktem Gewand tritt auf. Mit sch\u00f6ner, alles durchdringender Stimme schmettert sie, von Chor und Orchester begleitet, gute zwei Stunden lang ihre Weisheiten in Form von Liedern und Predigten in die Runde. Die Show &#8211; eine Mischung aus blumigsten Verhei\u00dfungen des Paradieses und blutr\u00fcnstigsten Androhungen von Fegefeuer und H\u00f6lle untermalt mit melodischen lateinamerikanischen Rhythmen &#8211; stimmt; die Menge lauscht gebannt, klatscht, singt mit, jubelt ihr zu, macht Fotos und Filme mit dem Handy.<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-2653 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?attachment_id=2565'><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/P1180778-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?attachment_id=2564'><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/P1180775-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?attachment_id=2562'><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/P1180768-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Nachdem wir das \u00fcbliche Pflichtprogramm erledigt und einen Supermarkt, Geldautomat und eine W\u00e4scherei angesteuert haben, fahren wir in den mit S\u00fcdbuchen und Kiefern bewachsenen <em>Nationalpark Coyhaique<\/em>, und \u00fcbernachten an der Laguna Verde, einem kleinen See, den man in einer Dreiviertelstunde umlaufen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr einen Moment drehen wir die Zeit zur\u00fcck \u2013 im Blog k\u00f6nnen wir das \ud83d\ude42 &#8211; und sind wieder in der Zeit kurz vor Weihnachten. 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