{"id":1607,"date":"2014-10-08T01:40:21","date_gmt":"2014-10-07T23:40:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?p=1607"},"modified":"2014-10-08T01:40:21","modified_gmt":"2014-10-07T23:40:21","slug":"cusco","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?p=1607","title":{"rendered":"Cusco"},"content":{"rendered":"<p><em>Der Sonnengott Inti sandte seine beiden Kinder, die ersten Inkas Manco Capac und Mama Ocllo, auf die Erde, um Kultur und Erleuchtung unter die Menschheit zu bringen. Von der Isla del Sol im Titicacasee begaben sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Standort f\u00fcr ihr zuk\u00fcnftiges Wirken. Sie trugen einen goldenen Stab mit sich, und die Prophezeihung besagte, wo dieser sich fest in die Erde bohren w\u00fcrde, dort sollten sie sich niederlassen und ihr Reich gr\u00fcnden. Als sie die Stelle des heutigen Cusco erreichten, sank der Stab tief in den Untergrund. Das war das Zeichen, hier ihre Stadt zu gr\u00fcnden, die sie \u201eQosqo\u201c nannten, was Nabel der Welt bedeutet.<\/em><\/p>\n<p>Eine sch\u00f6ne Geschichte, die gut zum Mythos um Machu Picchu passt.<\/p>\n<p>Cusco, um 1200 gegr\u00fcndet und auf 3.400 Metern H\u00f6he gelegen, z\u00e4hlt zu den sch\u00f6nsten und abwechslungsreichsten St\u00e4dten S\u00fcdamerikas. Die Nachfolger Manco Capacs und Mama Ocllos bauten in den folgenden 300 Jahren Cusco in vieler Hinsicht zum Zentrum aus. Hier kreuzten sich die beiden Hauptachsen des Inka-Reiches, hier errichtete man die wichtigsten Heiligt\u00fcmer und Pal\u00e4ste, hier befanden sich die Residenzen der Adelsfamilien und des obersten Inka-F\u00fcrsten. Cusco war das Herz des Inka-Imperiums, das sich in der Bl\u00fctezeit vom S\u00fcden des heutigen Kolumbiens bis nach Mittelchile erstreckte, und auch heutzutage fasziniert sie Hunderttausende mit ihrem kolonialen Glanz, der sich auf den schweren steinernen Fundamenten der Inka entfaltet. Von einem Bauerndorf entwickelte sich Cusco zu einer gro\u00dfen und wohlhabenden Stadt mit Pal\u00e4sten und Tempeln und rund 200.000 Einwohnern. Der Cusco-Experte <em>Peter Frost<\/em> schreibt in seinem Buch <em>\u201eExploring Cusco\u201c<\/em>, da\u00df die Stadt unter den Quechua-Indianern als Pilgerst\u00e4tte einen \u00e4hnlich hohen Stellenwert besa\u00df wie Mekka in der moslemischen Welt.<\/p>\n<p>Dann kamen die Spanier. Als Francisco Pizarro und seine goldgierige Bande von Konquistadoren 1533 in Cusco einzog, war er \u00fcberw\u00e4ltigt von den immensen Sch\u00e4tzen der Stadt. Wie schon vorher im Norden des Landes folgten einige Jahre kriegerische Auseinandersetzungen, in deren Folge die Spanier alles Gold und Silber der Stadt zusammenrafften, kurzerhand einschmolzen und zum gr\u00f6\u00dften Teil nach Spanien verschifften. Der letzte Inka-Herrscher, Manco, zog sich geschlagen in den Dschungel nach <em>Vilcabamba<\/em> zur\u00fcck, die Stadt, die der junge Forscher <em>Hiram Bingham<\/em> suchte und stattdessen <em>Machu Picchu<\/em> fand.<\/p>\n<p>Auf den von den Schlachten und Pl\u00fcnderungen unzerst\u00f6rten Fundamenten der Inka-Bauten Cuscos errichteten die Spanier prachtvolle Kolonialbauten. Doch auch die neue Pracht war nicht von Dauer. Rund 80% der kolonialen Geb\u00e4ude fielen dem gro\u00dfen Erdbeben von 1650 zum Opfer, wurden aber von den stolzen Cuscenos in ebensolchem Glanz neu errichtet. Ein eindrucksvolles und detailgenaues Bild des Erdbebens h\u00e4ngt, neben 400 weiteren wertvollen Gem\u00e4lden der <em>Escuela Cusquena<\/em>, in der m\u00e4chtigen Kathedrale an der <em>Plaza de Armas<\/em>, die auf den Grundmauern eines Inkatempels errichtet wurde. Der Hauptaltar besteht aus 180 Kilogramm massivem Silber, das von Sklaven aus den Minen von Potosi im heutigen Bolivien herbeigeschafft wurde. Rechts des Altares h\u00e4ngt das sehenswerte Bild<em> \u201eDas letzte Abendmahl\u201c<\/em> vom K\u00fcnstler <em>Marcos Zapata<\/em>, auf welchem ein knusprig gebratenes <em>cuy<\/em> (Meerschweinchen) auf dem reich gedeckten Tisch allen anderen die Schau stiehlt. Kein Scherz.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/P1150233.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1601\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/P1150233-300x219.jpg\" alt=\"P1150233\" width=\"300\" height=\"219\" srcset=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/P1150233-300x219.jpg 300w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/P1150233-600x438.jpg 600w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/P1150233-624x456.jpg 624w, http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/P1150233.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bemerkenswert ist auch ein Geschenk <em>Kaiser Karls V<\/em>., welcher der Stadt nach dem verheerenden Erdbeben mit der Figur <em>\u201eSenor de los Temblores\u201c<\/em> einen Schutzpatron stiftete. Seit 1650 wird die Heiligenfigur in gold- und edelsteinverzierter Kleidung bei Prozessionen durch die Stadt getragen und ist vom Rauch der vielen Kerzen inzwischen ganz schwarz.<br \/>\nLeider d\u00fcrfen wir in den prachtvoll ausgestatteten Innenr\u00e4umen der Kathedrale mit unz\u00e4hligen vergoldeten Seitenalt\u00e4ren nicht fotografieren.<\/p>\n<p>Vor den gro\u00dfen Toren liegt die <em>Plaza de Armas<\/em>, der Mittelpunkt von Cusco, der auch das Herz der alten Inkastadt war. Der Platz ist fast vollst\u00e4ndig von Arkadeng\u00e4ngen, den <em>Portales<\/em>, umgeben und bietet dem bunten Publikum aus Einheimischen und Touristen eine friedliche Kulisse. Aber der Platz hat auch viel Blut gesehen, zuletzt die Hinrichtung des letzten Inca <em>Tupac Amaru II<\/em> im Jahre 1781.<\/p>\n<p>Bei einem Bummel \u00fcber das Kopfsteinpflaster der Innenstadt erleben wir gleichzeitig das Cusco von einst und von heute. Die Mischung aus Tradition und Moderne stimmt, auch wenn sich bereits einige der \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen namens <em>Starbucks &amp; Co<\/em> an den dollartr\u00e4chtigsten Punkten breitgemacht haben. Dort sitzen sie dann, die Traveller und Backpacker, mit ihren i-phones und Macs und skypen mit zuhause was das Zeug h\u00e4lt. Anscheinend haben sie alle Heimweh. Miteinander reden tun sie dagegen nicht.<\/p>\n<p>Wir logieren mit Unimoppel auf der <em>Quinta Lala<\/em>, nur wenige Meter von der m\u00e4chtigen Festungsanlage der Inka, <em>Saksayhuama<\/em> (ungef\u00e4hr ausgesprochen wie \u201esexy woman\u201c) entfernt unmittelbar \u00fcber der Stadt und treffen dort einige Traveller wieder, die wir in La Paz kennen gelernt hatten: eine Familie aus Berlin, zwei Familien aus Frankreich, ein P\u00e4rchen aus D\u00e4nemark, eines aus den USA. Die Welt ist klein, das Hallo gro\u00df \u2013 an solchen Hot Spots trifft man sich wieder.<\/p>\n<p>Nur noch 20% des urspr\u00fcnglichen <em>Saksayhuama<\/em> sind heute noch erhalten, aber selbst das ist noch imposant. Das terrassenf\u00f6rmig angelegte Bollwerk besteht aus fast fugenlos ineinandergepassten gigantischen Steinbl\u00f6cken, der gr\u00f6\u00dfte wiegt ca. 350 Tonnen. Rund 30.000 Indios arbeiten 70 Jahre an der Festung, die nach der Eroberung Cuscos durch die Spanier als Steinbruch f\u00fcr ihre Kolonialbauten hemmungslos gepl\u00fcndert wurde.<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-1607 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?attachment_id=1603'><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/P1150248-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?attachment_id=1602'><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/P1150236-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?attachment_id=1600'><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/P1150229-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?attachment_id=1605'><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/P1150254-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?attachment_id=1604'><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/P1150249-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/?attachment_id=1606'><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.mondomare.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/P1150255-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sonnengott Inti sandte seine beiden Kinder, die ersten Inkas Manco Capac und Mama Ocllo, auf die Erde, um Kultur und Erleuchtung unter die Menschheit zu bringen. 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